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Der Blick für's Wesentliche

Es ist nicht die Zeit, die uns fehlt, sondern der Blick für’s Wesentliche.

Wir leben in einer hochkomplexen, ja sogar sehr komplizierten Welt. Wir haben verlernt einfach zu denken und naheliegend zu handeln. Das einfachste Beispiel dafür betrifft unsere Nahrungsbeschaffung. Wenn wir Hunger haben, gehen wir Geld verdienen, damit wir uns Essen kaufen können. Einfach und naheliegen ist, wenn ich Hunger habe, gehe ich Beeren oder Äpfel pflücken, oder baue Gemüse an. Doch das geht in unserer komplexen Welt gar nicht mehr so einfach. Beeren würde es in dem verbliebenen Wald ja noch geben, doch davor werden wir ausdrücklich gewarnt - wir könnte uns mit dem Fuchsbandwurm anstecken. Also kaufen wir die schönen, hochgezüchteten Sorten lieber aus dem Supermarkt oder viellicht sogar direkt vom Bauern. Obstbäume, tja gibt es die noch zugänglich für alle? Gemüse anbauen? Erstens, wer hat noch wirklich Land, um das zu tun und zweitens, ich bin doch für etwas Besseres geboren. Die wirklich lebensnotwendigen Aufgaben werden nicht mehr geschätzt. Dafür umso mehr die Tätigkeiten, die nun wirklich keiner zum Leben braucht. Ein Smartphone oder ein Auto ist nichts, was wir für ein natürliches Leben brauchen.
Ja so denken wir. Wir sind abhängig vom Kapital, von der Arbeit anderer und halten das für selbstverständlich. Wir beschäftigen uns den ganzen Tag mit Dingen, die nicht einem guten und natürlichen Leben auf diesem Planeten dienen. Sondern im Gegenteil, sie stressen uns, machen uns krank und ruinieren die Welt, in der wir leben. Wir haben die Erde geteilt, eingezäunt und zum privaten Besitz erklärt. Wir kämpfen uns durchs Leben.
Dabei ist es doch das normalste und einfachste der Welt die Früchte der Natur zu nehmen, denn diese schenkt sie uns. Die Natur selber verlangt nichts dafür. Das einzige was wir dafür tun müssen, ist zu danken, sie zu lieben und zu achten.

Es ist genug für alle da an Nahrung, an Zeit, an Lebensfreude.

Mittwoch, 26. November 2014

Sieglinde Lorz