Unterdrückung und Aggression
Unterdrückung und Aggression sind ein fest verbundenes Paar. Wenige von uns haben ein Bewusstsein, das die Wechselwirkung als Reaktionsmuster auf diese Thematik ausschalten kann und damit neutral in der Reaktion bleiben.
Wenn ich unterdrückt werde, oder etwas in mir unterdrücke, dann wird diese Energie, die dort nicht frei fliessen kann und darf, gestaut. Es entsteht Druck. Da die Energie aber nicht einfach nur ruhen kann, weil sie immer schwingt, baut sich ein Gegendruck auf und die Energie sucht sich einen Weg zu fliessen. Die Entladung kommt plötzlich und meist aggressiv, wenn sie aus dem Unbewussten geschieht. Dabei wendet sie sich immer gegen alles. Also gegen andere und mich. Die Reihenfolge dabei ist beliebig. Wir kommen in ein Muster von Aktion und Reaktion und meistens wird mit Unterdrückung (auch immer wieder gerne mal Kontrolle genannt) reagiert. Der Kreislauf geht weiter und schaukelt sich auf.
Das Thema ist nicht angeboren sondern eine Frage der Gesellschaft und ihrer Kultur. Die Organisation unserer Gesellschaft ist heute hierarchisch. Das heisst, es gibt in der gesellschaftlichen Begegnung unter den Menschen immer irgendwo ein Gefälle. Unsere Gesellschaftsstruktur erhebt die einen über die anderen. Die Letzten in der Kette tendieren dazu, dieses Ende zu verlassen und wollen aufsteigen, was in unserer Kultur als selbstverständlich gilt und durch gut gemeinte Bildung und Entwicklungsarbeit gefördert wird. Doch gut gemeint ist nicht immer gut. Es ändert nichts am System. Wenn wir dem Menschen die Möglichkeit geben „etwas aus sich zu machen“ dann sagen wir ihm automatisch - du bist jetzt (noch) Nichts! Das sitzt in uns fest und bildet die Grundlage unseres Selbstwertgefühls. Als kleine Kinder könne wir noch nichts und werden gefördert. Wir müssen schnell krabbeln, laufen, reden, selbstständig essen. Und das immer begleitet von den Worten: lass mich, du kannst das noch nicht.
Wenn wir uns durch das Bewertungssystem der Schule gequält haben, wo klar ist, wer die Besseren und die Schlechteren sind als wir, haben wir begriffen, was es bedeutet irgendwo in der Skala einer Hierarchie angekommen zu sein. Kaum jemand wird es schaffen, alle seiner Mitschüler als ebenbürtig anzuschauen und auf Augenhöhe und offenen Herzens auf alle zuzugehen. Etwas ist bereits in uns zerbrochen.
In der Arbeitswelt angekommen gibt es nun die Ungelernten, die mit einem anständigen Beruf, die Künstler, die Studierten und die Promovierten. Es gibt die, die im Eigenheim wohnen, die, die Miete zahlen und die Armen auf der Strasse, die durch alle Hierarchiestufen durchgefallen sind.
Wenn wir uns durch das Bewertungssystem der Schule gequält haben, wo klar ist, wer die Besseren und die Schlechteren sind als wir, haben wir begriffen, was es bedeutet irgendwo in der Skala einer Hierarchie angekommen zu sein. Kaum jemand wird es schaffen, alle seiner Mitschüler als ebenbürtig anzuschauen und auf Augenhöhe und offenen Herzens auf alle zuzugehen. Etwas ist bereits in uns zerbrochen.
In der Arbeitswelt angekommen gibt es nun die Ungelernten, die mit einem anständigen Beruf, die Künstler, die Studierten und die Promovierten. Es gibt die, die im Eigenheim wohnen, die, die Miete zahlen und die Armen auf der Strasse, die durch alle Hierarchiestufen durchgefallen sind.
Zurück zum Thema Unterdrückung und Aggression. Wer von uns fühlt sich nicht unterdrückt auf irgendeine Art und Weise? Wie viele davon gibt es überhaupt weltweit, die keinerlei Empfindung an Unterdrückung haben? Die Selbstunterdrückung alleine macht schon einen sehr grossen Teil aus. Wir lernen immer noch von klein auf unsere Gefühle, Gedanken und unser Wesen zu unterdrücken. Wie gehen wir zum Beispiel mit rebellischen Kindern um? Ich nenne hier das Stichwort Ritalin. Die Überforderung der Eltern und der Gesellschaft mit dem Thema ist da. Auch die wird unterdrückt. Eltern wird geholfen, indem man den Kindern Ritalin gibt und nicht indem die Gesellschaft sie stützt. Eltern müssen funktionieren, genauso wir Kinder. Wann und wo entlädt sich diese Unterdrückung?Die sanfteste Form der Aggressivität ist wohl das schlechte Gewissen. Was wächst daraus? Was ist die Kompensation? In manchen Fällen wächst daraus eine Liebe, die auch recht aggressiv und unterdrückerisch übergestülpt wird. Ich möchte das hier speziell erwähnen, weil das oft als „gut“ empfunden wird. Eine unechte Liebe wird von einer unfreien Energie begleitet und wirkt nicht lösend und befreiend. Sie engt ein.
Was hilft nun kurzfristig und langfristig uns von diesem Kreislauf an Unterdrückung uns Aggression zu befreien? Die Entwicklung des Bewusstsein, des Selbstbewusstsein, die Anerkennung der Gleichwertigkeit, die Begegnung auf Augenhöhe und die entsprechende Änderung der Kultur unseres Gesellschaftssystems.
Sobald wir uns der Mechanismen und Formen der Unterdrückung gegen uns selber (von uns und anderen) bewusst werden, beginnen wir automatisch mit der Entwicklung unseres Selbstbewusstseins. Die Menschen die uns begegnen sind unser Spiegel. Sie sind unsere Helfer auf dem Weg der Erkenntnis. Das, was der andere mit spiegelt, ist auch in mir vorhanden. Der Druck, der von ihm kommt, ist der Druck unter dem auch er steht und es ist der Druck, der bei mir wirken kann. Machen wir uns das Spiel bewusst, das wir gerade mit anderen spielen. Im Kleinen und im Grossen. Die Gesellschaft ist ein Ebenbild seiner Teilnehmer. Ändern sich die Menschen einer Gesellschaft, ändert sich automatisch auch das System. Kein kleiner Teil von „Eliten“ kann ein Gesellschaftssystem aufrechterhalten, wenn die Mehrheit der Menschen ihr Bewusstsein ändert und dort nicht mehr mitspielt.
Sobald wir uns der Mechanismen und Formen der Unterdrückung gegen uns selber (von uns und anderen) bewusst werden, beginnen wir automatisch mit der Entwicklung unseres Selbstbewusstseins. Die Menschen die uns begegnen sind unser Spiegel. Sie sind unsere Helfer auf dem Weg der Erkenntnis. Das, was der andere mit spiegelt, ist auch in mir vorhanden. Der Druck, der von ihm kommt, ist der Druck unter dem auch er steht und es ist der Druck, der bei mir wirken kann. Machen wir uns das Spiel bewusst, das wir gerade mit anderen spielen. Im Kleinen und im Grossen. Die Gesellschaft ist ein Ebenbild seiner Teilnehmer. Ändern sich die Menschen einer Gesellschaft, ändert sich automatisch auch das System. Kein kleiner Teil von „Eliten“ kann ein Gesellschaftssystem aufrechterhalten, wenn die Mehrheit der Menschen ihr Bewusstsein ändert und dort nicht mehr mitspielt.
Erst wenn wir eine Kultur leben, die keine Hierarchien mehr kennt, weil die Menschen sich alle als gleichwertig und gleich talentiert (es gibt keinen Unterschied mehr zwischen den einzelnen Fähigkeiten und Talenten) betrachten, dann wir das Paar von Unterdrückung und Aggression ein Randdasein fristen und am Ende immer eine Auflösung im Frieden finden.
Sieglinde Lorz
Donnerstag, der 22. Dezember 2016