Kinder sind weder Fluch noch Segen. Sie sind ein Geschenk an die Welt. Sie brauchen die Eltern um geboren zu werden und uns alle um sich auf der Erde zurechtzufinden. Bei Kindern können alle mitreden. Nicht weil alle Kinder haben, sondern weil alle mal Kind waren. Wir kenne alle die Perspektive eines Kindes und die eines Erwachsenen.
Die Welt der Kinder ist eigen und ihre Unschuld und Unvoreingenommenheit ein Segen auch für uns. Kinder entdecken die Welt auf natürliche Weise. Sie betrachten und ahmen nach. Am Anfang ist das noch lustig, doch wenn sie später unsere Sprache, unsere Muster und unsere Ängste übernehmen, haben wir weniger Freude daran. Sie spiegeln uns klar und ungefiltert alles, was wir an uns mögen oder auch nicht. So sind wir nicht nur mit ihrer ureigenen Persönlichkeit konfrontiert sondern auch noch mit unserer Schattenseite. Das kann überfordern.
Kinder sind von Natur aus unvoreingenommen. Erst wenn sie von uns lernen zu werten, beginnen auch sie damit. Sie übernehmen unsere Werte. Wenn diese widersprüchlich sind, weil wir Erwachsenen, als ihr Vorbild, uns auch nicht immer einig sind, erzeugt das Verwirrung. Kinder können das einfach nur ausnutzen und uns gegenseitig ausspielen, oder sie leiden unter dieser Zwiespältigkeit und Zerrissenheit.
Die Person zu der das Kind die grösste Bindung hat, hat auch den grössten Einfluss als Vorbildfunktion. Kinder (Menschen) brauchen Bindung, solange sie noch nicht eigenständig unterwegs sind, weil sie eine stabile Persönlichkeit entwickeln konnten. Über diese Bindung erhalten sie die Stabilität, die Liebe, die Geborgenheit, das Vertrauen, das sie zum Leben brauchen. Sie bekommen über diese Bindung Energie auf allen Ebenen. Wenn wir diese Energie an Bedingungen knüpfen, entstehen hier Abhängigkeiten, die die Persönlichkeit des Kindes prägen und früher oder später zu Problemen führen.
Oft ärgern wir Erwachsenen uns darüber, dass wir die gleichen Fehler machen, wie unsere Eltern. Wir haben auch von ihnen gelernt, sie haben uns geprägt. Die eigenen Kinder bringen diese Problemfelder nun wieder in Vordergrund und geben uns die Chance hier für den eigenen damit verbundenen Schmerz Heilung zu erfahren. Es bieten sich uns die Gelegenheit, diese Kette von Mustern zu durchbrechen, indem wir sie nicht an unsere Kinder weitergeben (vererben).
Wenn wir beginnen die Kinder als Chance zu betrachten, um eigenen Schmerzen zu heilen, Muster abzulegen und ein gesundes Umfeld aufzubauen, dann könne wir nur noch danke sagen für diesen wundervollen Spiegle. Indem wir unsere Einstellung und unser Verhalten ändern, ändern wir auch das Verhalten unserer Kinder. Wir sind ihr Vorbild, ihre Energiequelle, ihre Leitfiguren in ihrem Leben. Es lohnt sich doppelt, im Umgang mit ihnen und mit uns achtsam und liebevoll zu sein.